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Bauen mit Lehm: ressourcenschonend und klimafreundlich  : Datum:

In der Ausstellung „Algen | Schutt | CO2“ zeigt die Stiftung Bauhaus Dessau noch bis September, wie klimafreundliches Bauen aussehen kann. Im Mittelpunkt steht der Baustoff Lehm mit historischen und innovativen Exponaten aus dem WIR!-Bündnis GOLEHM.

Blick in die Musterausstellung „Algen | Schutt | CO2“ mit Lehmwänden und Exponaten zu nachhaltigen Baustoffen. © Stiftung Bauhaus Dessau/GOLEHM

Mit der Musterausstellung „Algen | Schutt | CO2“ zeigt die Stiftung Bauhaus Dessau seit März, wie nachhaltiges Bauen aussehen kann. Noch bis September 2026 werden im ehemaligen Kaufhaus Zeeck in Dessau alternative Baustoffe wie Lehm, Myzelien, Algen, Flachs oder reststoffbasierter Geopolymerbeton vorgestellt. Das WIR!-Bündnis GOLEHM bringt Exponate und aktuelle Forschungsergebnisse zum massiven Lehmbau in die Schau ein: Eine Brandschutzwand aus Lehm-Hohllochsteinen, ein Lehm-Wolle-Estrich und Lehmplatten demonstrieren, wie Lehm im Innenausbau eingesetzt werden kann. Die Elemente wurden von einem regionalen Handwerksbetrieb aus dem GOLEHM-Bündnis umgesetzt; sie zeigen, wie der traditionelle Rohstoff, mit den Fachkenntnissen von heute verarbeitet, zu einem klima- und ressourceneffizienten Baustoff von morgen wird.

Über ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf den Gebäude- und Bausektor zurück. Gleichzeitig sind wichtige Baustoffe wie Sand, Gips oder Holz zunehmend knapp. Lehm kann mit vergleichsweise geringem Energieaufwand gewonnen, verbaut und ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden. Lehmbauten sind brandresistent, regulieren Temperatur und Feuchtigkeit und schaffen ein gesundes Raumklima. Genau das will das GOLEHM-Bündnis mit seinen Partnern aus Wissenschaft, Bauwirtschaft, kommunalen Trägern und Gesellschaft wieder stärker in den Fokus rücken.

Dazu präsentiert GOLEHM in der Ausstellung historische Lehmsteine aus mitteldeutschen Gebäuden sowie industriell gefertigte und handgeformte Objekte. Die Lehmsteine aus Fachwerkhäusern in Naumburg oder aus einem ehemaligen Kindergarten in Großzöberitz zeigen, wie beständig Lehmbauteile sind und wie sie heute für Forschung und Entwicklung genutzt werden. Die Ausstellung zeigt auch, wie lokale Rohstoffe und Baureste zu neuen, funktionalen Baustoffen verarbeitet werden können. Schaubaustellen und Workshops runden das Informationsangebot ab.

Aus der Region für die Zukunft

Das Bündnis GOLEHM ist Teil der Programmlinie „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird. Es knüpft in Mitteldeutschland an eine lange Tradition des Bauens mit Lehm an. Die Region verfügt über reiche Lehmvorkommen und den in Mitteleuropa größten Bestand an Massivlehmbauten. Dies bietet gute Voraussetzungen, um mit innovativen Lehmbaukonzepten den Strukturwandel klimafreundlich zu gestalten und regionale Wertschöpfung zu stärken.

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