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Kreative Transferformate : Datum:

Der Transfer von Wissen und die Förderung von Innovation sind zentrale Ziele der T!Raum-Initiativen und WIR!-Bündnisse. Die passenden Formate dafür sind vielfältig. Hier folgen Beispiele aus der Praxis.

Beim Drohnenschnupperkurs vom WIR!-Bündnis UAM-InnoRegion-SH zeigt ein Trainer, wie er mithilfe einer Virtual-Reality-Brille eine High-Speed-Drohne steuert.
Beim Drohnenschnupperkurs vom WIR!-Bündnis UAM-InnoRegion-SH zeigt ein Trainer, wie er mithilfe einer Virtual-Reality-Brille eine High-Speed-Drohne steuert. © Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH

Innovation braucht Freiräume. Neue Ideen entstehen oft dort, wo sich Menschen aus verschiedenen Disziplinen und mit unterschiedlichen Perspektiven offen begegnen und austauschen können. Die vom BMFTR geförderten T!Raum-Initiativen und WIR!-Bündnisse bieten deshalb häufig Formate zur Vernetzung und zum Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen an. Die folgenden Beispiele zeigen, wie vielfältig und kreativ die Möglichkeiten dabei sind.

Innovation entsteht im Austausch

Die T!Raum Initiative #MOIN (Modellregion Industriemathematik) in Bremen will lebendige Mathematik in die Praxis bringen und ein Bewusstsein für den Nutzen der Industriemathematik schaffen. Zur Entwicklung neuer Projektideen lud die Initiative gezielt Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Wirtschaft und dem Bildungsbereich zur Ideenschmiede ein. Nachdem die Teilnehmenden Input zu unterschiedlichen Anwendungsgebieten erhalten hatten, konnten sie ihre Interessen, Fragen, Herausforderungen und Wünsche notieren. In Kleingruppen aufgeteilt, bekamen sie von Fachleuten direkt Auskunft, ob sich ihre Themen mit industriemathematischen Ansätzen lösen lassen und was man dazu braucht. In diesem interdisziplinären Austausch entstanden unter anderem Ideen dafür, wie Mathematik zur Verkehrsoptimierung und für Gesundheitsapps genutzt werden kann.

Soziale Innovationen im ländlichen Raum zu fördern, ist das Ziel des WIR!-Bündnisses LANDVORTEIL im Kreis Herzogtum Lauenburg und im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Im Rahmen des Projektes „LIONA“ (Ländliche Innovationsökosysteme nachhaltig gestalten) konzipierte und testete es Workshops, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam neue Ideen entwickeln können. Die Workshop-Formate basieren auf den Auswertungen erfolgreicher Innovationsökosysteme einer im Projekt erarbeiteten Studie. Die konkreten Ablaufpläne für die Workshops wurden im Anhang der Studie veröffentlicht und können so auch von anderen Regionen genutzt werden.

Experteninput und Speeddating

Um Menschen zusammenzubringen, zeigt sich das WIR!-Bündnis UAM-InnoRegion-SH in Schleswig-Holstein immer wieder erfinderisch. Regelmäßig veranstaltet es die sogenannten „Drohnerstage“, bei denen sich alles um die unbemannte Luftfahrt dreht. Oft finden die Drohnerstage online statt als Matchmaking mit Speeddating. „Auf die Veranstaltung bekommen wir durchweg positives Feedback“, erzählt Jens Heitmann, Projektmanager der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland. „Wir wissen von einigen Verbindungen, die nur durch unsere Netzwerkarbeit zueinander gefunden haben.“ Vor dem Netzwerken halten Expertinnen und Experten Kurzvorträge. Einige werden aus dem Ausland zugeschaltet – ein Vorteil des Onlineformats.

Das Programm mit mehreren parallel stattfindenden Sessions erstellen die Teilnehmenden mit ihren Themenvorschlägen selbst vor Ort.
Das Programm mit mehreren parallel stattfindenden Sessions erstellen die Teilnehmenden mit ihren Themenvorschlägen selbst vor Ort. © Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH

Aktive Mitgestaltung beim Barcamp

Im September 2025 fand das erste Drone Barcamp an der Fachhochschule Westküste in Heide statt. Wie bei Barcamps üblich, gab es keine vorgefertigte Agenda, sondern die rund 90 Teilnehmenden bestimmten die Themen selbst. In 16 Sessions diskutierten sie zum Beispiel über Wasserstofftechnologie bei Langstreckendrohnen, Sicherheit im unkontrollierten Luftraum und Drone Ports, also Drohnenflughäfen. Das WIR!-Bündnis UAM-InnoRegion-SH verbucht die Veranstaltung dank der offenen Atmosphäre, der Themenvielfalt und der unkomplizierten Vernetzung als Erfolg. 2026 soll das Drone Barcamp deshalb wiederholt werden, diesmal in Hamburg.

Fishbowl: Wo auch die leisen Stimmen gehört werden

Gute Erfahrungen hat die Bremer T!Raum-Initiative TCALL innerhalb ihres Transferformats „TCALL im Dialog – Bremer Wissenschaft-Praxis-Dialog für die Langzeitpflege“ mit einer Fishbowldiskussion gemacht. „Sie war mit einem vergleichsweise geringen organisatorischen Aufwand verbunden, brachte jedoch einen erheblichen Mehrwert für unser Projekt“, berichtet Stefan Wollnik, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei TCALL. Bei dem Format sitzen die Teilnehmenden in einem kleinen Innenkreis, in dem die Diskussion stattfindet, und einem größeren Außenkreis, der beobachtet. Personen aus dem Außenkreis können auf einen freien Platz im Innenkreis wechseln, so dass mehr Menschen aktiv Teil der Debatte sein können. Für den Erfolg einer Fishbowldiskussion sind klare Spielregeln wichtig. „Dazu gehört der respektvolle Umgang miteinander, insbesondere das Ausredenlassen der anderen Teilnehmenden“, so Wollnik. „Auch die Auswahl der permanent Diskutierenden spielte eine wichtige Rolle. Es war sinnvoll, auf eine ausgewogene Zusammensetzung zu achten, sodass beispielsweise nicht zu viele Wissenschaftler im inneren Kreis vertreten waren.“

Nach einer Einführung und Übungen am Simulator durften Teilnehmende beim Drohneneinsteigerkurs selbst eine echte, kleine Drohne lenken.
Nach einer Einführung und Übungen am Simulator durften Teilnehmende beim Drohneneinsteigerkurs selbst eine echte, kleine Drohne lenken. © Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH

Transfer als spielerische Events gestalten

Geht es um einen erfolgreichen Transfer von Wissen in die breite Gesellschaft, ist nicht nur ein niederschwelliger Zugang wichtig. Wer heute Aufmerksamkeit bekommen möchte, muss etwas Besonderes zu bieten haben. Deshalb muss bei Formaten für die Öffentlichkeit umso mehr darauf geachtet werden, dass sie kreativ, möglichst interaktiv und auf keinen Fall langweilig sind. So veranstaltete das WIR!-Bündnis UAM-InnoRegion-SH einen kostenlosen Drohneneinsteigerkurs. Gleichzeitig konnte das Bündnis unter den Teilnehmenden Daten zur Akzeptanzforschung im Hinblick auf Drohnen sammeln.

In der Phänomenta in Flensburg initiierte die T!Raum-Initiative Inno!Nord die interaktive Ausstellung „aHa-Lab“. Dort durften die Besucherinnen und Besucher nicht nur selbst an Reglern drehen und verschiedene kleine Experimente durchführen. Auf einem Heimtrainer konnten sie durch Muskelkraft Wasserstoff produzieren und damit anschließend kleine Wasserstoffautos betanken und fahren lassen. Fast alle Führungen des „aHa-Labs“ waren ausgebucht.

Mit einer mathematischen Stadtführung durch Bremen verwandelt die T!Raum-Initiative #MOIN trockene Mathematik in eine unterhaltsame, touristische Kulturveranstaltung. Damit hat sie gleichzeitig ein Format erdacht, das sich von anderen Initiativen mit anderen Transferthemen und Orten anpassen lässt.

Dr. Matthias Knauer von der T!Raum-Initiative #MOIN macht die mathematische Stadtführung zu einem kurzweiligen Ausflug durch Bremen.
Dr. Matthias Knauer von der T!Raum-Initiative #MOIN macht die mathematische Stadtführung zu einem kurzweiligen Ausflug durch Bremen. © Angelika Rusche-Göllnitz, PRpetuum GmbH

Die verschiedenen Formate vereint, dass sie unterschiedliche Sinne ansprechen und Menschen dabei miteinander ins Gespräch kommen. Das Publikum schaut nicht nur zu, es ist in Bewegung und darf selbst ausprobieren, Exponate anfassen, Knöpfe drücken, Rätsel lösen. So entstehen Events, an die sich Menschen später erinnern.

Neue Formate suchen und finden

Eine Übersicht über mögliche Transferformate sortiert nach verschiedenen Transferfeldern bietet das Transferbarometer des Stifterverbandes und der Helmholtz-Gemeinschaft.