Start für Thüringens Bau-Innovationszentrum
In Weimar entsteht ein Innovationszentrum, das Forschung und Baupraxis enger zusammenbringen will. Im Mittelpunkt stehen neue Baustoffe, digitale Prüfmethoden und Strategien zur Wiederverwendung von Materialien. Auch das WIR!-Bündnis RENAT.BAU bringt seine Forschung für ein ressourcenschonenderes Bauen in das ThIZ-BAU ein.
Der Startschuss für das Thüringer Innovationszentrum für die Zukunft des Bauens, kurz ThIZ-BAU, ist gefallen. Die Landesregierung unterstützt den Aufbau mit Fördermitteln in Höhe von knapp 5,5 Millionen Euro. Projektpartner sind das Institut für Angewandte Bauforschung gGmbH (IAB), die Materialforschungs- und Prüfanstalt Weimar (MFPA) sowie das F.A.Finger-Institut für Baustoffkunde an der Bauhaus-Universität Weimar.
Die drei Einrichtungen wollen ihre Kompetenzen künftig noch enger verbinden und gemeinsam Innovationen von der Grundlagenforschung über die Entwicklung neuer Baustoffe bis zur Prüfung, Qualitätssicherung und Skalierung erforschen. So sollen Forschungsergebnisse schneller den Weg aus dem Labor in marktfähige Anwendungen finden.
„Mit der Bauhaus-Universität, der MFPA und dem IAB bildet Weimar ein echtes Schwergewicht der Bauforschung in Deutschland und darüber hinaus“, sagte Wirtschaftsministerin Boos-John bei der Übergabe des Fördermittelbescheids. Die Forschungsarbeit dürfe jedoch nicht an den Labortüren haltmachen. „Ziel muss es vielmehr sein, neue Lösungen auf einen industriellen Maßstab zu heben und gemeinsam mit der Wirtschaft marktfähige Produkte und Anwendungen zu entwickeln“, so die Ministerin. „Dazu soll das neue Innovationszentrum einen wesentlichen Beitrag leisten.“
Nachhaltiges Bauen im Fokus
Im Fokus des neuen Innovationszentrums stehen ressourcenschonende und alternative Baustoffe, neue Bindemittel und Recyclingstrategien, digitale Prüfmethoden für Baustoffe sowie energieeffiziente, elektrifizierte Bau- und Herstellungsprozesse. Ein wichtiger Partner ist dabei das Thüringer WIR!-Bündnis RENAT.BAU. Es erforscht die Wiederverwendung von Baustoffen, die bisher auf Deponien landen und wird dabei vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des Programms Innovation & Strukturwandel gefördert. Das Projektteam entwickelte beispielsweise neue Methoden für das recyclingfreundliche Verfugen von Ziegeln. Damit können Materialien künftig leichter getrennt und erneut genutzt werden.
Ein Baustein für die Bauwirtschaft der Zukunft
Das ThIZ-BAU soll Thüringen als Bau- und Technologiestandort weiter stärken und ist ein wichtiger Baustein der geplanten Forschungsinfrastruktur rund um das künftige Deutsche Forschungszentrum für zukunftsfähiges Bauen (DFZ) in Weimar.