Digitale Sprachassistenz vereinfacht Pflegedokumentation : Datum:
Schneller, einfacher und lückenlos – so soll die Pflegedokumentation mit der “voize”-App funktionieren. Möglich macht das eine Kombination aus Sprachsteuerung und Künstlicher Intelligenz. So soll mehr Zeit für die zu pflegenden Menschen bleiben. Die T!Raum-Initiative TCALL in Bremen testet das Tool.
Vitalwerte, Medikamentengaben, Trinkmengen, akute Beschwerden: All das muss in Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege dokumentiert werden. Das kostet viel Zeit, die dann nicht mehr für die Menschen zur Verfügung steht, um die es eigentlich geht. Gleichzeitig ist die Dokumentation nicht immer lückenlos, wenn Pflegekräfte beispielsweise Informationen erst am Ende einer Schicht notieren und dadurch einzelne Details vergessen können. Manchmal gibt es Probleme bei der Übergabe zwischen zwei Schichten, wenn Einträge nicht eindeutig zu verstehen sind.
Hier setzt die App “voize” an, die den Berufsalltag von Pflegekräften erleichtern soll. Nach der Spracheingabe sortiert eine KI die Informationen automatisch in die passenden Eingabefelder. Nach der Spracheingabe “Frau Schmidt hat zum Frühstück eine Tasse Tee getrunken und jetzt einen Blutdruck von 134 zu 83” beispielsweise trägt die KI in die Kategorien “Trinkmenge” und “Blutdruck” die entsprechenden Werte ein. Zu den Vitalwerten lassen sich außerdem Kurven aus den bisher eingetragenen Werten anzeigen. Außerdem soll “voize” die Dokumentation auch für internationale Mitarbeitende vereinfachen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Und die Software verspricht mehr Zeit für die direkte Pflege.
Wie gut die App wirklich funktioniert, untersucht die vom BMFTR geförderte T!Raum-Initiative “TCALL – Transfercluster Akademischer Lehrpflegeeinrichtungen in der Langzeitpflege” in Bremen. Zwischen Oktober und Dezember 2025 wurden die Pflegekräfte in zwei Lehrpflegeeinrichtungen geschult, um das System im Pflegealltag zu testen. Dabei begleiten die Universität Bremen (IPP und SOCIUM) und die Hochschule Bremen (ZePB) das Projekt im Rahmen von TCALL wissenschaftlich. Vor und nach der Einführung von “voize” erhebt die T!Raum-Initiative Daten dazu, wie viel Zeit Pflegekräfte für die Dokumentation benötigen und welche Qualität die Dokumentation hat. Außerdem untersuchen die Forschenden, welche Auswirkungen die Spracheingabe auf Arbeitsabläufe und Pflegequalität hat. So wollen sie Entlastungspotenziale sichtbar machen und die Pflegequalität nachhaltig stärken.