Gemeinsam Mobilität neu gestalten
Wie lässt sich Mobilität im ländlichen Raum neu denken? Im Projekt „Mobiles Elbe Valley – Zukunftslabor für resiliente und nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“ kommen Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürger aus vier Bundesländern zusammen, um gemeinsam an zukunftsfähigen Mobilitätslösungen zu arbeiten.
Ziel ist es, die Mobilität in der Region auf lokaler und regionaler Ebene zur Sicherung der Daseinsvorsorge und der sozialen Teilhabe zu verbessern. Dabei tauschen Menschen aus dem gesamten Vierländereck Stendal, Prignitz, Lüchow-Dannenberg und Ludwigslust-Parchim vielfältige Perspektiven aus. So entstehen Ideen, die vor Ort passen und landkreisübergreifend wirken können.
Die Elbe – Verbindung und Grenze zugleich
Mit dem Projekt aus dem WIR!-Bündnis Elbe Valley bringt das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung die vier Regionen Lüchow-Dannenberg, Prignitz, Stendal und Ludwigslust-Parchim zusammen. Die Elbe trennt die vier Regionen geografisch, verbindet sie aber gleichzeitig als gemeinsames Element. Das Vierländereck liegt dort, wo früher die innerdeutsche Grenze verlief – und heute die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aufeinandertreffen. Diese besondere Lage bringt bis heute Herausforderungen mit sich, aber auch die Chance, über Grenzen hinweg gemeinsam neue Wege zu gehen. Deshalb zeigt die Region großen Zusammenhalt und eine hohe Bereitschaft zur Kooperation. Unter dem Motto „Neue Arbeit – Neue Wege – Neues Wohnen“ fördert das Bündnis innovative und nachhaltige Entwicklungen in der Region. Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft arbeiten eng vernetzt zusammen, um die Entwicklung der Region zu stärken und gemeinsam Herausforderungen zu meistern.
Weite Wege, neue Lösungen
Die vier Landkreise teilen eine gemeinsame Herausforderung: Mobilität im ländlichen Raum. Zwischen Wohnung, Arbeitsplätzen, Arztpraxen, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten liegen oft große Entfernungen. Gleichzeitig gibt es nur wenige Bus- und Bahnverbindungen. Wer mobil sein will, braucht ein eigenes Auto. Das bedeutet nicht nur hohe Kosten für Familien, sondern belastet auch das Klima.
Für viele ist das längst ein Alltagsproblem. Wer kein Auto hat, muss oft weite Strecken zu Fuß zurücklegen. Manchmal über eineinhalb Kilometer bis zur nächsten Haltestelle. Und der demografische Wandel verschärft die Situation zusätzlich: Immer mehr ältere Menschen leben im ländlichen Raum und sind auf verlässliche Verkehrslösungen angewiesen.
Auch die Wirtschaft ist betroffen: Denn erschwerte Mobilität sorgt für unzufriedene Mitarbeitende und mehr Fehlzeiten. Fachkräftemangel entsteht, weil qualifizierte Kräfte nicht in der Region bleiben oder dorthin ziehen. Das macht es Unternehmen schwer, passende Kräfte zu finden und bremst das Wachstum.
Gemeinsam neue Wege finden
Wie geht nun das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung bei der Planung der im Rahmen des Projekts vorgesehenen Zukunftsworkshops vor? Die Einladung zu den Workshops erfolgt über persönliche Anschreiben, die Social-Media-Kanäle sowie den Newsletter des WIR!-Bündnisses Elbe Valley. Eingeladen sind alle, die sich mit ihren Ideen und ihrer Erfahrung aktiv für eine bessere Mobilität in der Region einsetzen möchten.
So sitzen regelmäßig Expertinnen und Experten regionaler Verkehrsunternehmen, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und engagierte Bürgerinnen und Bürger aus allen vier Landkreisen des Elbe Valleys an einem Tisch zusammen. Dabei entwickeln sie gemeinsam erste Ansätze, um die Region mobiler zu gestalten.
Zukunftsworkshop: Innovative Ideen für Mobilität
Wichtig für die gemeinsame Ideenfindung in den Zukunftsworkshops: Kreativität statt Grenzen im Kopf. Gedanken wie „das haben wir schon probiert“ oder „das klappt sowieso nicht“ bleiben draußen. Stattdessen ist alles erlaubt, was neue Perspektiven eröffnet, auch das, was zunächst unmöglich scheint. „Geht nicht“ gibt es nicht. Überzeugt eine Idee, überlegen die Teilnehmenden direkt, wie sie sich umsetzen lässt. Dabei zählen alle Stimmen gleich viel: Jede Person und jede Idee werden ernst genommen. Zuhören, respektieren und gemeinsam weiterentwickeln – das sind die Grundpfeiler der Zusammenarbeit.
Die Zukunftsworkshops des „Mobilen Elbe Valleys“ finden reihum in allen vier Landkreisen statt. Für den weiteren Jahresverlauf sind Workshops in der Prignitz und Lüchow-Dannenberg zu den Themen „Automatisierter Verkehr als Zukunftsmodell im Elbe Valley“, „Elbe als verbindendes und zugleich räumlich trennendes Element“ sowie „Mobilitätslösungen entlang und über die Elbe“ geplant.
Im kommenden Jahr sollen die Themen vertieft und konkrete Projektideen für die Umsetzung in die Praxis entwickelt werden. Auf diese Weise lässt sich die Mobilität in der Region nachhaltig und zukunftsfähig weiterentwickeln. Ein wichtiger Schritt für eine bessere Vernetzung, eine prosperierende Wirtschaft und eine gute Lebensqualität in der Elbe-Valley-Region.