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Marine Wirkstoffe für die Mundgesundheit

Karies, Plaque und Zahnfleischentzündungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen im Mundraum. Das Projekt MariOH des WIR!-Bündnisses BlueHealthTech untersucht, inwiefern bioaktive Wirkstoffe aus Miesmuscheln und Zuckertang zu Bestandteilen für neue Produkte für die Mundpflege werden können.

Bereits 2025 litten laut der sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) des Instituts der Deutschen Zahnärzte 14 Millionen Menschen in Deutschland an behandlungsbedürftigen schweren Zahnfleischerkrankungen, besonders in der Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige).

Zahnbürste und gezeichneter Mund zeigen, wo die MariOH-Forschung einmal ankommen könnte: in Produkten für die tägliche Mundpflege. Ob Wirkstoffe aus dem Meer dafür geeignet sind, wird im Projekt untersucht. 
Zahnbürste und gezeichneter Mund zeigen, wo die MariOH-Forschung einmal ankommen könnte: in Produkten für die tägliche Mundpflege. Ob Wirkstoffe aus dem Meer dafür geeignet sind, wird im Projekt untersucht. © BlueHealthTech, KI-generiert

Chronische Erkrankungen dieser Art entstehen unter anderem durch bakterielle Beläge, sogenannte Biofilme, und lokale Entzündungen. Biofilm gehört natürlicherweise zum Mundraum und findet sich als Belag an den Zähnen. Problematisch wird es, wenn sich das Gleichgewicht seiner mikrobiellen Zusammensetzung verschiebt, etwa durch häufigen Zuckerkonsum oder seltenes Zähneputzen. Dann steigt sein Säuregehalt und kann den Zahnschmelz angreifen und Karies oder Zahnfleischentzündungen begünstigen. Bestehende Präventions- und Pflegekonzepte sind wichtig, doch es besteht Bedarf an weiteren biofunktionellen Ansätzen. Das Projekt MariOH des WIR!-Bündnisses BlueHealthTech untersucht deshalb Stoffe, die mehrere Ursachen gleichzeitig adressieren. Die Projektpartner nutzen Wirkstoffe aus dem Meer, um die Bildung von Biofilmen, oxidative Prozesse, Entzündungen sowie Vorgänge an zahnschmelzähnlichen Oberflächen zu beeinflussen.

Zuckertang, eine geöffnete Miesmuschel und Muscheln im Labor: Diese marinen Rohstoffe stehen im Mittelpunkt des Projekts MariOH. 
Zuckertang, eine geöffnete Miesmuschel und Muscheln im Labor: Diese marinen Rohstoffe stehen im Mittelpunkt des Projekts MariOH. © Abteilung Lebensmitteltechnologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Wirkstoffe aus Miesmuscheln und Zuckertang

Im Fokus stehen dabei Zuckertang und Miesmuscheln. Aus dem Zuckertang gewinnen die Projektpartner aus der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, der Kieler Meeresfarm GmbH & Co. KG und dem Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Auszüge mit einem hohen Anteil natürlicher Pflanzenstoffe. Ihnen werden antibakterielle, antioxidative und biofilmhemmende Effekte zugeschrieben. Aus Miesmuscheln werden Auszüge untersucht, die möglicherweise antientzündlich wirken können. In Testsystemen prüfen die Projektpartner unter anderem, ob die Auszüge die Biofilmbildung beeinflussen, das bei der Entstehung von Karies eine wichtige Rolle spielt. Zudem wird analysiert, wie gut die Wirkstoffe das Zahnfleisch beeinflussen können. Auch die Frage, wie lange die Wirkstoffe im Speichel verbleiben, ist für eine mögliche Anwendung relevant.

Auf Grundlage der Ergebnisse wird das Projekt besonders vielversprechende Auszüge auswählen und daraus erste Produkte entwickeln wie Lutschpastillen, Kaugummi, Zahnpasten oder Mundspülungen.

Vielfältiges Wissen, gebündelt in Kiel

Das Projekt bringt die Expertise aus Aquakultur, Lebensmitteltechnologie, Biowirkstoffforschung und Zahnmedizin zusammen und verbindet die nachhaltige Nutzung mariner Rohstoffe mit anwendungsorientierter Gesundheitsforschung. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und läuft noch bis Ende 2028.

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