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Handwerk packt an – Politik zieht mit

Das WIR!-Bündnis InnoHandwerk hat in den letzten sieben Jahren aus einer völlig neuen Verbindung zwischen Forschung und Handwerk zukunftsweisende Innovationen entwickelt. Dazu gehören wegweisende Technologien, aber auch Visionen für die junge Generation.

Michael Kretschmer kam durch den Hintereingang in die noch unsanierten Hallen des Ritterguts in Riesa zur Innovationskonferenz von InnoHandwerk. Der sächsische Ministerpräsident und Schirmherr des Bündnisses tauschte sich zunächst ganz informell mit den Bündnissprechern aus. Jens-Torsten Jacob, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Region Meißen betonte die ergiebige Zusammenarbeit mit der Forschung, die für ihn als Handwerker ein Novum war. Utz Dornberger, Professor für Entwicklungsökonomie an der Universität Leipzig und einer der Initiatoren von InnoHandwerk, stimmte ihm zu. Auch für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler war es völlig neu, gemeinsam mit Handwerkerinnen und Handwerkern ein Projekt im ländlichen Raum auf die Beine zu stellen.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (rechts) im Gespräch mit Bündnissprecher Jens-Torsten Jacob (vorne links) und dem Team von InnoHandwerk.
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (rechts) im Gespräch mit Bündnissprecher Jens-Torsten Jacob (vorne links) und dem Team von InnoHandwerk. © Petra Dahl, PRpetuum GmbH

Dass das gelungen ist, zeigt sich am Veranstaltungsort, dem 1.400 Quadratmeter großen Rittergut Riesa. Hier will das Bündnis mit einer Innovationsakademie des Handwerks seine geleistete Arbeit weiterführen. Junge Menschen sollen nach der Sanierung des Hauses in offenen Werkstätten verschiedene Handwerksberufe ausprobieren und sich dafür begeistern.

Einen Grundstein dafür hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gelegt. Das Ministerium fördert die Arbeit von InnoHandwerk bereits seit 2018 im Rahmen der Programmlinie „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“. Die Programmlinie richtet sich an breit angelegte regionale Bündnisse unterschiedlichster Akteure, die gemeinsam Innovationsfelder identifizieren.

Schon bald soll das Rittergut in Riesa als Innovationsakademie des Handwerks in neuem Glanz erstrahlen.
Schon bald soll das Rittergut in Riesa als Innovationsakademie des Handwerks in neuem Glanz erstrahlen. © Petra Dahl, PRpetuum GmbH

„Wir wollen, dass junge Menschen schon in der Schule um ihre Fähigkeiten wissen. Das geht nur gemeinsam mit dem Handwerk“, betont Michael Kretschmer. „Ich bin sehr dankbar, dass ihr das auf den Weg gebracht habt“, sagt er mit Blick auf die am Bündnis beteiligten Handwerksmeister, die den Nachwuchs dringend brauchen. Gleichzeitig soll im Rittergut auch eine Meisterwohnung entstehen, in die Auszubildende aus der Denkmalpflege einziehen. Sie können ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren und bei der Sanierung des Gebäudes mithelfen. 

Im Rahmen der Sanierung erarbeiten die Unternehmenspartner und Spezialisten für Heizungsbau und Elektrik ein bedarfsorientiertes Energiekonzept. Sie wollen verschiedene Technologien installieren. Dazu gehören Wärmepumpen genauso wie Pelletöfen, die mit Abfällen von Tischlereien betrieben werden sollen. Mithilfe der Photovoltaik auf dem Dach des Hauses kann Wasserstoff hergestellt und mit modernen Brennstoffzellen zum Heizen genutzt werden. Das Rittergut wird so zum Vorzeigeobjekt für moderne Heiztechnik, über die sich Handwerkerinnen und Handwerker sowie Privatleute informieren können.

Wie Handwerker mit modernen Technologien bei der Arbeit entlastet werden können, erfuhr Michael Kretschmer (links) am Demonstrationsstand für Robotik von InnoHandwerk.
Wie Handwerker mit modernen Technologien bei der Arbeit entlastet werden können, erfuhr Michael Kretschmer (links) am Demonstrationsstand für Robotik von InnoHandwerk. © Petra Dahl, PRpetuum GmbH

Mit riesigen Räumen bietet das Rittergut neben Werkstätten auch Platz für Start-Ups. Zum Beispiel um Produkte auf den Markt zu bringen, die bei InnoHandwerk gemeinsam mit Forschenden entwickelt wurden. Dazu gehören Robotertechnologien und Exoskelette, die Handwerkerinnen und Handwerker bei körperlich schwerer oder einseitiger Arbeit entlasten.

An den Demonstrationsständen trafen sich Interessierte und diskutierten über die Technologien, aber auch über soziodemografische Themen zur Entwicklung ländlicher Regionen wie Riesa.
An den Demonstrationsständen trafen sich Interessierte und diskutierten über die Technologien, aber auch über soziodemografische Themen zur Entwicklung ländlicher Regionen wie Riesa. © Petra Dahl, PRpetuum GmbH

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