Mitteldeutsches Wasserstoffnetz in Planung

Das „Mitteldeutsche Revier“ steckt mitten drin im Strukturwandel von der Braunkohle- zur grünen Wasserstoffregion. Antriebsmotor dieser Entwicklung ist das HYPOS-Netzwerk. Jetzt plant es ein länderübergreifendes „Wasserstoffnetz Mitteldeutschland“.

Wasserstoff-Schild

HYPOS plant ein „Wasserstoffnetz Mitteldeutschland“.

PRpetuum GmbH

Den Klimawandel durch grünen Wasserstoff zu bewältigen und dabei Wertschöpfung zu erzielen und Arbeitsplätze zu schaffen – das ist eine Vision, die sich in Mitteldeutschland zum Greifen nahe gestaltet. Seit 2013 entwickelt „HYPOS – Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany“ Strategien, wie diese Zukunft aussehen könnte. Denn das mitteldeutsche Revier steht zwar einerseits vor der Herausforderung, den Ausstieg aus der Braunkohleförderung zu meistern. Andererseits soll Grüner Wasserstoff zukunftsfähige Geschäftsfelder schaffen: von der Stromherstellung aus grünem Wasserstoff über dessen Speicherung und Verteilung bis hin zur Nutzung in den Bereichen Chemie, Raffinerie, Mobilität und Energieversorgung.

Das Zwanzig20-Konsortium, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, umfasst 142 Mitglieder aus der Industrie, aus der Hochschul- und Forschungslandschaft. Jetzt planen das HYPOS-Netzwerk, die Metropolregion Mitteldeutschland und regionale Partner ein länderübergreifendes „Wasserstoffnetz Mitteldeutschland“. Das Konzept basiere darauf, dass Mitteldeutschland bereits seit Jahrzehnten eine funktionierende Wasserstoffregion mit entsprechender Pipeline im Chemiedreieck sei und Großabnehmer in der Region habe, betont Jörn-Heinrich Tobaben, Vorstandsmitglied des HYPOS e.V. und Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH. Jetzt komme es auf neue Impulse für die Gestaltung der Energiewende wie auch des Wirtschaftsstandortes im ehemaligen Braunkohlerevier an.

Erfassung grüner H2-Quellen

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollen die potenziellen Nutzer und deren Bedarfe an grünem Wasserstoff ermittelt werden – insbesondere im Umfeld Halle-Leipzig und der Chemieparks Leuna, Schkopau und Bitterfeld-Wolfen sowie am Standort Zeitz, im Tagebaurevier Profen, in Grimma und Chemnitz. In diesem Zusammenhang wird auch das Konzept für das „Wasserstoffnetz Mitteldeutschland“ zwischen diesen Standorten und der Salzkaverne Bad Lauchstädt entwickelt. Die Machbarkeitsstudie wird von der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH koordiniert. „Weitere Ziele der Studie sind die Erfassung potenzieller Quellen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff etwa in Windparks und Photovoltaikanlagen wie auch die Untersuchung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des länderübergreifenden Infrastrukturvorhabens“, sagt Jörn-Heinrich Tobaben.

In der Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Als Kooperationspartner der Machbarkeitsstudie benennt Tobaben unter anderem das BMW-Werk Leipzig, den Logistikkonzern DHL, die Siemens AG, die Südzucker Gruppe, den Flughafen Leipzig/Halle, die Stadtwerke Halle, die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft MIBRAG, die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH MITNETZ oder auch die ONTRAS Gastransport GmbH und nicht zuletzt die Stadt Leipzig. Die Ergebnisse der Studie sollen im Spätherbst 2021 vorgestellt werden.

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