Wasserstoffmotor erhält Hugo-Junkers-Preis

Das Wissenschaftlich-Technische Zentrum für Motoren- und Maschinenforschung WTZ in Dessau-Roßlau ist mit dem Hugo-Junkers-Preis Sachsen-Anhalt 2019 für die Entwicklung eines „grünen“ Wasserstoff-Sauerstoff-Kreislaufmotors ausgezeichnet worden.

Der erste Preis in der Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“ ging in diesem Jahr an das Team von Christian Reiser, Manuel Cech, Matthias Knape, Tobias Ehrler und Titus Tschalamoff vom Wissenschaftlich-Technischen Zentrum für Motoren- und Maschinenforschung WTZ in Dessau-Roßlau.

Die Preisträger auf der Bühne

Motoren-Bauer des WTZ Dessau-Roßlau bekamen für ihren Wasserstoff-Sauerstoff-Kreislaufmotor den Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2019. 

IMG Sachsen-Anhalt / Joachim Blobel

Damit wurde der Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2019 an ein Unternehmen vergeben, das dem berühmten Dessauer Ingenieur nicht nur räumlich sehr nahe liegt. 1914 baute Hugo Junkers in Dessau das erste Flugzeug ganz aus Metall. 1889 schon hatte der Ingenieur eine Versuchsstation für Gasmotoren gegründet, um eine geeignete Antriebsmaschine zur Elektroenergieerzeugung zu konstruieren. Die Ingenieure des WTZ sind wie das große Vorbild stets an der Überführung ihrer Entwicklungen in marktfähige Produkte interessiert.

Der fehlende Baustein

Der „Zero-Emission-Kreislaufmotor zur Rückverstromung von grünem Wasserstoff“, so die offizielle Bezeichnung, ist der weltweit erste dieser Art und könnte – nicht nur nach Meinung der Preisjury – der fehlende Baustein in der Energiewende sein. In dem Wasserstoff-Sauerstoff-Kreislaufmotor werden regenerativ erzeugter Wasserstoff und Sauerstoff mittels Druckelektrolyse in Elektroenergie und Wärme umgewandelt. Da Kohlenstoff und Stickstoff in diesem Verbrennungsprozess fehlen, entstehen Kohlenstoffdioxid und Stickoxide gar nicht erst. Somit werden keine umweltschädlichen Abgase ausgestoßen. Einziges Reaktionsprodukt des Motors ist reines Wasser. Die Motoren-Bauer aus Dessau-Roßlau sehen zunächst Haushalte, die mit Photovoltaik ausgestattet sind oder etwa Landwirtschaftsbetriebe mit einer Windkraftanalage als Anwender des „grünen Wasserstoffmotors“.

Das „Innovativste Projekt der angewandten Forschung 2019“ ist aus „LocalHy“ hervorgegangen, einem Leuchtturm-Projekt innerhalb des mitteldeutschen Forschungskonsortiums HYPOS. „Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany“ entwickelt die gesamte Wertschöpfungskette, in der die bislang nichtspeicherbaren Energien aus Biomasse, Wind- und Solar-Energie in den speicherbaren Energieträger Wasserstoff umgewandelt werden. HYPOS wird als "Zwanzig20"-Konsortium vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Eine marktfähige Innovation

Der Preis wurde an zwölf Preisträger in vier Kategorien vergeben. In diesem Jahr hatten sich 79 zukunftsweisende Projekte und Produkte aus Wirtschaft und Wissenschaft beworben.

Für Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann ist der Hugo-Junkers-Preis das „Schaufenster für innovative Ideen und kluge Köpfe aus Sachsen-Anhalt“. Ganz im Sinne des Flugzeugpioniers Hugo Junkers träfe exzellente Forschung auf praxisorientierte Entwicklungen und marktfähige Innovationen.

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