Stärkere Strukturen durch grünen Wasserstoff

Das WIR!-Bündnis „Wasserstofftransferregion Leipzig“ startet seine Strategiephase mit großem Enthusiasmus – wie beim Kick-off im sächsischen Thallwitz deutlich wurde.

Der große Saal des KulturGutes auf dem Dorfplatz in Thallwitz ist gut gefüllt – soweit es die Abstandsregeln derzeit zulassen. Zum ersten Mal treffen sich die Mitstreiter des neuen WIR!-Bündnisses, um ihre Strategie für die kommenden Monate zu besprechen. Auch der Gastgeber und Bürgermeister von Thallwitz ist gekommen, um seine Freude und Hoffnung zu äußern, die eine Förderung des Projektes für die sächsische Region an der Grenze zu Brandenburg bringen kann.

Illustration: Grüne Blätter und Wasserstoff-Teilchen

Grüner Wasserstoff aus der Region Leipzig für die Logistik, Energie und Mobilität – damit will das WIR!-Bündnis ländliche Strukturen stärken.

Adobe Stock/Alexander Limbach

Das Wichtigste ist erst einmal, ein schlüssiges Konzept zu entwickeln, wie Simone Kaiser vom Fraunhofer CeRRI - Center for Research and Innovation deutlich machte. Das CeRRI ist ein strategisch bedeutender Partner des Bündnisses, zum einen weil das Institut auf die Entwicklung von Zukunftsszenarien spezialisiert ist, zum anderen weil es zum Zwanzig20-Konsortium HYPOS gehört und damit thematische Erfahrung hat. HYPOS beschäftigt sich mit der Energieversorgung durch Grünen Wasserstoff und unterstützt das sächsische WIR!-Bündnis.

Genaue Analyse und konkrete Ziele

Was ist der Plan? In der „Wasserstoffregion Leipzig“ soll Grüner Wasserstoff künftig für diverse Bereiche produziert werden: für die Mobilität und Logistik, aber auch für die Bereitstellung von Strom und Wärme in der Region. Grüner Wasserstoff wird durch die Elektrolyse von Wasser hergestellt, also durch die Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der dafür eingesetzte Strom kommt ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie Sonne oder Wind.

Damit ist die Produktion von Grünem Wasserstoff komplett CO2-frei. In der Leipziger Region gibt es dafür schon einige Akteure – eine gute Voraussetzung für das Vorhaben. Welche konkreten Potenziale und regionalen Akteure vorhanden sind, sollen Interviews in den kommenden Wochen zeigen. Forscherinnen vom Fraunhofer CeRRI wollen Vertreter aus der regionalen Wirtschaft, Forschung und Politik befragen. Außerdem planen sie Workshops, in denen die Visionen und konkreten Zielstellungen der Bündnispartner festgehalten werden sollen. Auch Bürgerinnen und Bürger aus der Region können an den Workshops teilnehmen. Auf diese Weise wollen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen das gesamte Innovationsökosystem vor Ort analysieren. Der Landkreis Leipzig kümmert sich derweil um die Koordination und den Aufbau des Bündnisses, das noch ganz offen ist für neue Partner.

Grüner Wasserstoff aus Biogas

Einer der potentiellen Partner ist die Ökotec Anlagenbau GmbH in Thallwitz. Das mittelständische Unternehmen baut Biogasanlagen, die es nicht nur zu Bereitstellung von Strom und Wärme nutzen will. Momentan ist die Firma an einem Forschungsprojekt beteiligt, dessen Ziel es ist, Biogas für die Herstellung hochwertiger chemischer Produkte wie Wachse zu nutzen. Bei einem Rundgang vor dem Kick-off-Meeting des WIR!-Bündnisses konnten die Interessierten Genaueres darüber erfahren. Aus Biogas kann jedoch auch Wasserstoff gewonnen werden und Ökotec ist sehr daran interessiert, diese Technologie in der Region zu etablieren.

Es bleibt also spannend, wie sich das Bündnis in den kommenden Monaten etablieren und seine Ziele formulieren wird, mit denen sich die „Wasserstofftransferregion Leipzig“ für die Umsetzungsförderung bewerben will. Die Motivation ist jedenfalls groß, wie das Kick-off-Meeting im sächsischen Thallwitz gezeigt hat.