Landwirte stärken durch Kooperation

Im sächsischen Erlau hat das WIR!-Bündnis „Diversitäts-Management und neue Prozessqualität für nachhaltige Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung“ (DMPL) zum Start in die Konzeptphase hohen Besuch empfangen.

Wolfram Günther, Sachsens Minister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, ist aus dem Auto direkt in die Praxis eingestiegen. Auf dem Hof von Landwirt Ralf Kühn in Topfseifersdorf, einem kleinen Ort zwischen Dresden und Leipzig, erfuhr er, dass in der Landwirtschaft heutzutage hohe Flexibilität gefragt ist. Kühn hat erstmals Sojapflanzen und Lupinen angebaut – mit Erfolg, also hohen Erträgen. Die Nachfrage nach Soja- und Lupinenprodukten steige enorm, so Kühn, ganz im Gegensatz zu Raps, den er bisher hauptsächlich angebaut hat.

Menschengruppe im Gespräch

Landwirt Ralf Kuhn (im karierten Hemd) im Gespräch mit dem sächsischen Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (links daneben) und Referatsleiter Michael Kaßner (ganz links). Mit dabei auch Wolfgang Ahnert, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Maschinen- und Betriebshilfsringe (links neben Minister) und Projektleiterin Melanie Kögler.

Mario Hösel

Das heißt, die Landwirte müssen sich auf neue Bedürfnisse, aber auch veränderte klimatische Bedingungen einstellen. Um diese Herausforderungen meistern zu können, ist Zusammenarbeit gefragt. Deshalb gehört Ralf Kühn zu dem gerade gegründeten WIR!-Bündnis DMPL. Genauso wie die sogenannten Maschinen- und Betriebshilfsringe in der sächsischen Landwirtschaft. Sie waren 1992 für den Austausch landwirtschaftlicher Geräte gegründet worden. Heute beraten sie Landwirte vor allem bei Fördermittelanträgen und stellen ihnen Helfer bei Urlaub, Krankheit oder in Notfällen.

Offener Austausch zum Wohle aller

Gemeinsam mit der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie dem sächsischen Traditionsunternehmen EIDAM Landtechnik GmbH hat die Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Maschinen- und Betriebshilfsringe das WIR!-Bündnis DMPL gegründet. „Viele unserer Mitglieder haben innovative Ideen, die die landwirtschaftliche Arbeit erleichtern können“, sagt Wolfgang Ahnert, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Die Ideen reichen vom Digitalisierungskonzept für landwirtschaftliche Betriebe bis hin zu autonomen Systemen und neuen Maschinen für die Saatausbringung. Ziel des Bündnisses ist es, solche Neuerungen auch anderen Landwirten zugänglich zu machen und sie davon profitieren zu lassen.

In den nächsten Monaten wollen die Bündnispartner nun ein schlüssiges Konzept erarbeiten. „In der Landwirtschaft braucht es manchmal einige Jahre, um zu erkennen, ob eine Idee langfristig funktioniert“, sagt Ahnert. Damit sie die Zeit und die finanziellen Möglichkeiten haben, hoffen sie, mit ihrem Konzept im kommenden Jahr erfolgreich zu sein und ihre Ideen tatsächlich umsetzen zu können.

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