Informationsplattform zu Corona-Themen

Eine digitale „Plattform für mehr Informationstransparenz in Krisenzeiten“ soll das Bedürfnis nach seriösem Corona-bezogenen Wissen bedienen. KI-basierte Technologien sammeln, überprüfen und stellen relevante Informationen zusammen.

Stilisiertes Coronavirus vor Zahlencode

KI-Technologien sollen dabei helfen, Informationen rund um die Corona-Pandemie auf das Wesentliche zu reduzieren.

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„Im Jahr der Corona-Pandemie werden jeder Bürgerin und jedem Bürger Kompromisse abverlangt. Täglich erleben wird das neu. Die Urlaubszeit bringt wieder andere Herausforderungen mit sich als der Lockdown im Frühjahr. Inwieweit jeder Einzelne bereit ist, seine individuelle Freiheit einzuschränken, hängt mit der Informationstransparenz zusammen. Wer sachlich gut informiert ist, kann fundierte Entscheidungen treffen und kommt so auch besser durch Krisenzeiten“, sagt Stefan Grill, Innovationsmanager bei der Berliner Internetagentur 3pc GmbH Neue Kommunikation. Er weiß, wie aufwändig und schwierig sich oft Recherche, Analyse, Kombination und Zusammenfassung von Wissensinhalten gestalten.

Der Begriff „Kuratierung“ fasst diese Arbeiten zusammen, die leichter werden durch die Hilfe neuer digitaler Technologien. 3pc ist Bündnispartner im Wachstumskern „QURATOR – Curation Technologies“, der vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Im Kern geht es dem Bündnis darum, die einzelnen Kuratierungsschritte mithilfe Künstlicher Intelligenz zu automatisieren.

Gesichertes Wissen

„Wir entwickeln KI-Technologien, die uns helfen, Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren“, sagt Stefan Grill. QURATOR wolle jetzt seine Kompetenzen einbringen, um die Corona-Krise auf kommunikativer Ebene zu bewältigen. 3pc arbeitet längst mit digitalen Kuratierungstechnologien. Hier ist auch der Gedanke der „Dezentralen Plattform für mehr Informationstransparenz in Krisenzeiten“ entstanden. Gemeinsam mit den Bündnispartnern hat sich die Idee zum QURATOR-Forschungsprojekt weiterentwickelt.

Das Projekt soll dabei helfen, mit Informationsflut, unübersichtlichen Quellen, Falschmeldungen und Verschwörungsmythen fertig zu werden. KI-basierte Werkzeuge ermitteln und überprüfen pandemiebezogene Informationen im Hinblick auf ihre Relevanz und stellen sie auf einer Plattform zur Verfügung, die als dezentrales Netzwerk aufgebaut wird. „Auch Fachexperten sollen perspektivisch ihr gesichertes Wissen, ihre seriösen Informationen auf der Plattform veröffentlichen“, sagt Kommunikationsexperte Grill. Ein Monitoring mache diese Quellen wie auch andere Social-Media-Quellen in Echtzeit verfügbar. Das KI-basierte Suchsystem der Plattform stehe allen Anwenderinnen und Anwendern zur Verfügung. Die Rechercheergebnisse dagegen würden nur bei den Nutzerinnen und Nutzern gespeichert.

Nutzeroberfläche der Corona-Informationsplattform

KI-basierte Verfahren extrahieren Daten und Inhalte aus gesicherten Quellen und reichern sie mit Kontextinformationen für interessensbasierte Suchfunktionen an.

3pc GmbH Neue Kommunikation

Aspektorientierte Suche

„Neben der Aufschlüsselung etwa von Gesetzgebungen auf internationaler wie auf regionaler Ebene werden auch die aspektorientierten Suchmöglichkeiten zur Informationstransparenz beitragen“, sagt Ralph Schäfermeier vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, einem weiteren QURATOR-Bündnispartner. Schäfermeier führt ein Beispiel an: „Unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gibt es unterschiedliche Ansichten zu Corona-bezogenen Themen. Bei der interessenbasierten Suche könnten unter einer Fragestellung diese verschiedenen Meinungen und der Kontext, in dem sie jeweils entstanden sind, gegenübergestellt werden. Das könnten religiöse, wirtschaftliche, politische oder soziale Aspekte sein, zu denen sich die Plattformnutzer Faktenwissen verschaffen wollen, um sich eine fundierte Meinung zu bilden.“

Durch ihren Austausch mit Kunden in den Bereichen Kultur, Medien und Journalismus, Logistik, Gesundheits- und Biowissenschaften, Energie oder Industrie erkennen die QURATOR-Bündnispartner einen wachsenden Bedarf an seriösen Informationen. „Die Corona-Pandemie ist ein dynamischer Prozess, so werden sich auch die jeweils aktuellen Themen immer wieder neu fokussieren“, konstatiert Stefan Grill und verweist auf Umfragen, die 3pc durchführen wird, um zielgerichtet den Wissensbedarf zu ermitteln.

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