Hier kommt die Maus

Digitale Assistenzsysteme und Assistenten wie die Maus „Gregor Gouda“ helfen Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen. Sie leiten an und vereinfachen komplexe Arbeitsabläufe. Neue innovative Systeme wurden nun im Rahmen der digitalen Woche Dortmund vorgestellt.

Gregor Gouda ist ein virtueller Assistent. Die kleine Maus gibt aber nicht nur Arbeitsanweisungen, sie lobt auch, wenn der Mitarbeiter schnell und präzise arbeitet. Somit ist Gregor ein wichtiger Teil des Projekts incluMOVE. Dieser digitale Arbeitsplatz soll Menschen mit Behinderung bei ihrem Job unterstützen. Über ein Assistenzsystem werden Mitarbeitende angeleitet, einzelne Montageschritte – zum Beispiel bei der Zusammensetzung von Elektronikbauteilen – durchzuführen. Ein wichtiger Baustein ist dabei Gamification: Durch Belohnungen wie Animationen und Abzeichen wird eine monotone Arbeit spannend gemacht. Das Projekt wurde im Rahmen des WIR!-Bündnisses „DiAss – Digitale Assistenzsysteme“ auf der digitalen Woche Dortmund präsentiert. DiAss bringt Entwickler und Anbieter digitaler Assistenzsysteme an einen Tisch, um frühzeitig Kooperationen für die Forschung und Entwicklung innovativer Systeme im Ruhrgebiet zu stärken.

Visualisierung von Gregor Gouda

Gregor Gouda aus dem Projekt incluMOVE

Jonas Grund, Hochschule Offenburg

Neue Mobilitäts-App hilft bei der Jobsuche

Ein weiteres Projekt, das im Rahmen der digitalen Woche vorgestellt wurde: eine Mobilitäts-App. Bisher zwar noch in der Entwicklungsphase, aber schon jetzt eine hilfreiche Idee. Die App soll Menschen mit geistigen Einschränkungen dabei unterstützen, potenzielle Arbeitsplätze in der Nähe zu finden. Die Informationen zu möglichen Arbeitsstellen werden als Videos bereitgestellt, so haben auch Arbeitssuchende mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten Zugriff auf diese Daten. Die Filme werden vom Arbeitgeber selbst in einfacher Sprache erstellt. Der App-Nutzer kann sich daraufhin direkt in der App auf die Stelle bewerben. Ein zusätzlicher Vorteil der Anwendung: Die Route zur möglichen Arbeitsstelle und die ÖPNV-Verbindungen lassen sich anzeigen. Das Projekt arbeitet eng mit Jobcentern und Wirtschaftsförderungen zusammen. In einem Testlauf soll die App mit ausgewählten Arbeitgebern ausprobiert werden.

Datenbrillen, Armbänder und Co.

Im Logistik-Bereich sind Datenbrillen auf dem Vormarsch. Dem Mitarbeiter wird dabei im wahrsten Sinne direkt vor Augen geführt, welche Teile er aus dem Lager beschaffen soll. Die Arbeit kann damit schneller und flexibler erledigt werden, da der regelmäßige Blick auf den statischen Computerbildschirm entfällt. Spezielle Datenarmbänder helfen dabei, Montageschritte zum Beispiel im Bereich Automotive zu erleichtern. Über das Armband wird angezeigt, welche Einzelteile benötigt und in welcher Reihenfolge angebracht werden müssen. Datenhandschuhe lassen den gesamten Arbeitsprozess nachverfolgen. Jeder Arbeitsschritt des Mitarbeiters wird über den Handschuh übertragen. Dadurch wird nicht nur die Qualität kontrolliert, sondern auch neues Wissen ins System eingespeist. 

Am Ende des Tages

Wenn Gregor Gouda seine Arbeit erledigt hat und der Mitarbeitende am Ende des Arbeitstages viele Teile richtig zusammengesetzt hat, gibt es eine Belohnung: extra (virtuelle) Käsewürfel für Gregor.

Weitere Informationen