Herzschrittmacher sicher verpackt

Gewinnerfreude beim Rostocker ReaLusion-Team aus dem Zwanzig20-Konsortium "RESPONSE". Beim Ideenwettbewerb „inspired“ erhielten sie den ersten Platz in der Kategorie „Forschende & Absolventen“ für die Entwicklung einer antiinfektiven Implantattasche.

Foto der Preisträger

Preisträger des Ideenwettbewerbs für ihre Idee im Implantatbereich: das interdisziplinäre Team Valeria Khaimov (l.), Stefan Oschatz und Sabine Illner aus dem Zwanzig20-Bündnis RESPONSE.

Universität Rostock/Christine Bach

Gefragt waren die originellsten Geschäftsideen und wegweisendsten Forschungsergebnisse aus den Universitäten und Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, innovative Technologien und Ideen zu erkennen und mit finanziellen Mitteln und wertvollen Kontakten zu unterstützen.

Das Rostocker Bündnis RESPONSE forscht seit Jahren an der Verbesserung von Mikroimplantaten für Herz, Auge und Ohr. Jedes Jahr werden allein in Deutschland etwa 100.000 Patienten mit einem sogenannten Taschenimplantat versorgt. Es wird im Brustbereich unter die Haut verpflanzt. Mit diesem Herzschrittmacher werden herzbedingte Bewusstlosigkeit verhindert und Schwindel und Schwäche behandelt, die auf einen zu langsamen oder unregelmäßigen Herzschlag zurückzuführen sind. Die Technik überwacht kontinuierlich die Herzfunktion und gibt immer dann Impulse ab, wenn sich der Rhythmus verlangsamt. Damit erhöht sich die Lebensqualität der Betroffenen deutlich. Doch besteht bei diesem Eingriff auch das Risiko einer Infektion des Implantates mit Mikroorganismen.

Geringeres Infektionsrisiko

Diese schwerwiegende Komplikation hat die Chemiker, Ingenieure und Biologen um Stefan Oschatz, Valeria Khaimov und Sabine Illner motiviert, das Produkt zu verbessern. Das gemeinsame Team aus dem Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) der Universitätsmedizin Rostock (UMR) und dem Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V.  (IIB) in Rostock-Warnemünde will jetzt eine Lösung anbieten, die das Infektionsrisiko nach der Implantation eines Herzschrittmachers verringert. Sie entwickeln eine formschließende und antiinfektive Implantattasche, die vorsorglich vom Arzt während des Eingriffs auf das Aggregat gezogen werden kann. Als Mentoren unterstützen die Professoren Niels Grabow (IBMT, Sprecher RESPONSE), Klaus-Peter Schmitz (IIB, Vors. Vorst. RESPONSE) und Jasmin Ortak (Kardiologie UMR) das Team ReaLusion.

Ansicht der Tasche für Implantate

Geringer Aufwand mit großer Wirkung: Die Implantattasche für den Herzschrittmacher soll das Infektionsrisiko verringern.

Team ReaLusion

„Bei den Kosten von mehr als 10.000 Euro für eine Implantation des Herzschrittmachers wollen wir für einen geringen Aufpreis den Eingriff verbessern, der das Infektionsrisiko erheblich verringert“, sagt Stefan Oschatz. Das Team konnte sich vor einer Jury von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik durchsetzen und erhielt einen Beratungsgutschein in Höhe von 5000 Euro.

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