Digitaler Startschuss für die WIR!-Konzeptphase

Die 44 WIR!-Bündnisse der zweiten Förderrunde starten in die nächste Phase. Beim digitalen Kick-off erfuhren die etwa 250 Teilnehmenden alles Wichtige rund um die Konzepterstellung – und dass manchmal alles anders kommen kann als geplant.

Gisela Philipsenburg und Thomas Reimann im Studio

Zusammen im Studio: Gisela Philipsenburg und Thomas Reimann

BMBF

Vorhandene regionale Innovationspotenziale fördern und in die Zukunft führen, das ist die Mission der neuen Initiativen des Förderprogramms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ aus der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“. Zum zweiten Mal wird es Bündnissen durch ein zweistufiges Auswahlverfahren ermöglicht, strukturschwachen Regionen in Deutschland mit ihren Konzepten eines nachhaltigen innovationsgeleiteten Strukturwandels neuen Aufschwung zu geben. Um die 44 Initiativen auf den anstehenden Arbeitsprozess einzustimmen, hatte das Bundesforschungsministerium (BMBF) zu einer digitalen Konferenz im Studio der Bundespressekonferenz am 4. September 2020 geladen.

Die Aufgaben nicht unterschätzen!

Die Referatsleiterin für „Nachhaltige regionale Innovationsinitiativen“ Gisela Philipsenburg betonte in ihrer Ansprache, was für ein reichhaltiger Schatz das WIR!-Programm sei. Jedoch sei zu beachten, dass die Initiativen ihren thematischen Rahmen noch enger definieren müssten. „Fokussieren Sie sich!“, forderte sie die teilnehmenden Bündnisse auf. Wichtig seien vor allem Offenheit und Flexibilität in Bezug auf neue Partner und eine gemeinsame Strategie der Bündnisse. Die Erwartungen, die in die Projektskizzen gesetzt würden, seien hoch.

In einem digitalen Forum konnten die 44 Bündnisse während der Konferenz Fragen an das Podium richten, etwa wie man die Konzeptphase optimal nutzt oder wie man neue Kooperationen zwischen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Vereinen und weiteren Akteuren aufbaut und fördert.

Vor Ort in Berlin fasste Thomas Reimann vom Projektträger Jülich die Kernpunkte der Konzeptphase nochmals zusammen und rief gleichzeitig alle Teilnehmer dazu auf, den Mehrwert für das ganze Bündnis immer im Auge zu behalten. Um diesem Vorhaben auch extern unter die Arme zu greifen, werden die Vertreterinnen und Vertreter der Begleitforschung im Herbst mehrere Workshops veranstalten. In einem kurzen Beitrag via Skype stellte Torsten-Oliver Salge, Professor für Innovation, Strategie und Organisation an der RWTH Aachen, diese Unterstützungsmaßnahmen vor. Aus seinem Erfahrungsschatz der ersten WIR!-Förderrunde gab er den neuen Teilnehmern fünf wertvolle Ratschläge: „Vermeiden Sie, dass die Region als Scheuklappe agiert! […] Das Wertversprechen sollte der zentrale Ankerpunkt für Ihr gesamtes Tun sein! […] Machen Sie sich früh Gedanken, für wen Sie das überhaupt tun! […] Schaffen Sie ausgewogene Bündnisse! […] Wenn die Orchestrierung der Akteure gelingt, dann wird man auch das Wertversprechen auf die Straße bekommen.“

Gisela Philipsenburg im Studio, im Gespräch mit Constanze Roth und Alexander Conrad

Gisela Philipsenburg im Gespräch mit Constanze Roth und Alexander Conrad, Pionieren der ersten WIR!-Förderrunde

BMBF

Tipps und Tricks der Profis

In dem digitalen Veranstaltungsraum diskutierten auch Vertreter der ersten Förderrunde die erfolgreiche Umsetzung ihrer Konzepte. Die Gesprächsrunde mit Constanze Roth und Alexander Conrad verschaffte einen erstmaligen Einblick, der wegweisend für die anstehende Konzeptphase der 44 WIR!-Bündnisse der zweiten Förderrunde ist. Mit ihren Initiativen „Vogtlandpioniere“ und „region 4.0 – Wandel durch Innovation im ländlichen Raum“ stehen die Kunsthistorikerin aus Jena und der Professor der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde exemplarisch für den Erfolg des Programms. Beide sind sich mit ihrem Tipp für die neuen Bündnisse einig: „Gehen Sie davon aus, dass alles anders kommt als geplant!“

Noch bis zum 31. Mai 2021 haben die 44 Bündnisse Zeit, an ihren Konzepten zu feilen. Etwa 25 Bündnisse haben dann die Chance, vom BMBF eine sechsjährige Förderung für die Umsetzungsphase zu erhalten.