1000 Meter in einer Sekunde

Ein fast fertiger Neubau, Hightech-Verfahren für die Luftfahrt und eine nachhaltige Stiftungsprofessur: Die Laserforschung an der Hochschule Mittweida ist so stark wie noch nie.  

„Das ist die prominenteste Baustellenparty Mittweidas!“ So begrüßte Ludwig Hilmer, Rektor der Hochschule Mittweida, die Gäste des Bilanzkolloquiums. Stifter, Wissenschaftler und Politiker waren in dem eindrucksvollen, noch nicht ganz fertiggestellten Neubau des Laserinstituts der Hochschule zusammengekommen.

Imposanter Neubau des Laserinstituts der Hochschule Mittweida. (Foto: Helmut Hammer, Hochschule Mittweida)
 
Imposanter Neubau des Laserinstituts der Hochschule Mittweida.
Foto: Helmut Hammer, Hochschule Mittweida  

Neben den Vertretern aller Stiftungsunternehmen saßen auch hochrangige sächsische Politiker auf den improvisierten Stuhlreihen des künftigen Tagungsraumes. Im Oktober dieses Jahres soll das 5000 Quadratmeter große Gebäude eröffnet werden. Die Vorfreude darauf ist groß, genauso wie die Freude über die Stiftungsprofessur in Mittweida - die erste, die an der Hochschule und im Rahmen von Unternehmen Region als „InnoProfile-Transfer-Initiative“ geschaffen wurde.
 

Investition in die Zukunft

Vor fünf Jahren konnten 13 Firmen – darunter bekannte Namen wie Thyssen und Volkswagen – vom Leiter des Laserinstituts der Hochschule Mittweida, Horst Exner, überzeugt werden, eine Professur für den promovierten Ingenieur Udo Löschner zu stiften. Die enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft trägt nun Früchte, wie Löschner auf der Veranstaltung verdeutlichte. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern hat er neue Verfahren der Hochrate Laserbearbeitung entwickelt. Damit können beispielsweise Bleche in Bruchteilen von Sekunden zugeschnitten oder winzige Schichten von 10 Mikrometern Dicke blitzschnell abgetragen werden. Bis zu 1.000 Meter Material lassen sich so in nur einer Sekunde bearbeiten.

Haifischhaut aus Edelstahl: Mit Hochrate Micro Cladding erzeugt ein Laserstrahl winzige Strukturen in weniger als einer Sekunde. (Foto: Laserinstitut Hochschule Mittweida)
 
Haifischhaut aus Edelstahl: Mit Hochrate Micro Cladding erzeugt ein Laserstrahl winzige Strukturen in weniger als einer Sekunde.
Foto: Laserinstitut Hochschule Mittweida  

 

Anwendungsreife Ergebnisse

Auf ähnlich imposante Ergebnisse blickt auch Robby Ebert, Leiter der InnoProfile-Transfer-Forschungsgruppe "Marktorientiertes Hochrate Micro-Macro Cladding", zurück. Bei dieser Methode wird mit einem leistungsstarken Laserstrahl eine dreidimensionale Schicht auf ein Werkstück aufgebracht. In kurzer Zeit können so auf großen Flächen sehr feine Strukturen hergestellt werden, die gerade mal die Breite eines Haares haben. Nach zehn Jahren endet nun die Förderung von Ebert und seinem Team. In dieser Zeit haben sie gemeinsam mit Unternehmenspartnern Methoden entwickelt, die jetzt anwendungsbereit sind. Dazu gehört zum Beispiel ein Verfahren, mit dem Schaufeln von Flugzeugturbinen beschichtet werden können. Auf das Metall der Schaufeln müssen keramische Schichten aufgebracht werden, damit die Turbinen höhere Temperaturen aushalten und effizienter arbeiten. Keramik hat auf Metall jedoch keinen guten Halt. Dafür sind Strukturen notwendig, die mit dem Mittweidaer Laserverfahren erzeugt werden können. Der Firmenpartner LASERVORM aus Altmittweida, der gute Verbindungen zum Flugzeugbau unterhält, will diese Methode künftig in die Anwendung bringen.
 

Mittweida gestärkt

Fördern ohne direkten Profit, sondern als Investition in die Zukunft – so sieht der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Fritz Jaeckel, das Engagement der Unternehmer für die Stiftungsprofessur. Sie haben dazu beigetragen, die Laserforschung in Mittelsachsen zu unterstützen. Mit der Verstetigung der Professur von Udo Löschner und der Einweihung des neuen Laserinstituts wird diese wichtige Profillinie der Hochschule auch künftig gestärkt werden.

Weitere Informationen zur InnoProfile-Transfer-Initiative Rapid Mirco – Hochrate Laserbearbeitung finden Sie hier. Näheres zur InnoProfile-Transfer-Initiative Hochrate Cladding – Marktorientiertes Hochrate Micro / Macro Cladding erfahren Sie hier.