Nur ein Jahr Bauzeit für neue Wirbelschichtanlage

Alle Achtung: Das Konzept für die neue Wirbelschichtanlage wurde im Februar 2013 entwickelt und deren Bauzeit für ein Jahr festgelegt. Im Februar 2014 ist sie so gut wie fertig. Verlässlichkeit ist eines der Aushängeschilder der Pergande Group in Weißandt-Gölzau – und wird hoch geschätzt von den industriellen Auftraggebern wie auch von den Partnern in WIGRATEC+.

Noch muss den roten Schutzhelm aufsetzen, wer das Gebäude der neuen Wirbelschichtanlage betritt. Drinnen wird auf Hochtouren gehämmert und geschweißt, dass im wörtlichen Sinne die Funken fliegen. Im März soll alles fertig sein.

Wilfried Pergande drückt im Fahrstuhl auf den Knopf zur 3. Etage. Der Geschäftsführer der Pergande Group fährt mehrmals am Tag in die Anlage hoch – des Draufblicks wegen und für den jederzeit aktuellen Überblick sowieso. Dieses Mal hebt er leicht seine Augenbrauen: „Was ist das? Das gehört hier nicht hin.“ Respekt: Was sieht er da schon auf den ersten Blick? „Na ja“, schmunzelt Wilfried Pergande, „wenn man das Baugeschehen vom ersten Zeichenstrich an bis jetzt begleitet hat, dann kennt man sich aus.“

An der Anlage zur Herstellung des Suspensionskonzentrates finden letzte Installations- und Montagearbeiten statt.
An der Anlage zur Herstellung des Suspensionskonzentrates finden letzte Installations- und Montagearbeiten statt.
12 Millionen Euro kostet der Bau der neuen Wirbelschichtanlage. Es ist die neunte, die in Weißandt-Gölzau gebaut wird. Insgesamt 72 Millionen Euro hat das Unternehmen hier seit 1994 investiert und hat Arbeitsplätze geschaffen für 200 Menschen aus der Region.

„Fundament für dieses Wachstum ist das Vertrauen, das unsere Industriepartner zu uns entwickelt haben“, sagt Pergande und spricht von den großen Unternehmen, die ihre Pflanzenschutzmittel auf dem Weltmarkt vertreiben. In den Wirbelschichtanlagen der Pergande-Group werden sie veredelt. Soll heißen: Die Wirkstoffe werden im staub- bzw. mehlförmigen Zustand angeliefert und dann im Wirbelschichtverfahren zu rieselfähigen Granulaten umgewandelt. Sein Unternehmen überzeuge mit hoher Qualität, sagt Pergande und weist darauf hin, dass jedes Korn einer Granulat-Sorte die gleiche Größe, die gleiche Konsistenz, die gleiche Menge an Wirkstoffen haben müsse. Schließlich würden auf einem Hektar landwirtschaftlicher Fläche nur etwa fünf Milligramm Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Logisch, dass darunter keine Blindgänger sein dürfen.

Inline-Messung – ein Forschungsvorhaben

„Die neue Anlage soll helfen, bestimmte Probleme zu lösen, die es bislang bei der Temperaturüberwachung im Wirbelschichtverfahren noch gibt“, sagt der Geschäftsführer. Zum Beispiel müsse man für temperaturempfindliche Stoffe wie Proteine den Druck in der Anlage senken, um die Siedetemperatur herabzusetzen. Bei der bislang üblichen Temperaturmessung von außen könne man allerdings nicht schnell genug auf Schwankungen im Granulierungsprozess reagieren.

An dieser Stelle bringt sich das Wachstumskern-Bündnis WIGRATEC+ ein. „Wir wollen einen Sensor entwickeln“, sagt Wilfried Pergande, „der per inline-Messung schon während der Granulierung unter anderem solche Parameter wie Partikelgröße und Partikelfeuchte erfasst. Die neue Messtechnik soll bei Schwankungen automatisch in den Prozess eingreifen können und ihn steuern.“

Der Vorgänger-Wachstumskern WIGRATEC hatte in Weißandt-Gölzau ein Technikum errichtet, in dem nun die Automatisierung des Wirbelschichtverfahrens versuchsweise vorangetrieben wird. „Eines der Ziele von WIGRATEC+ ist es, dass diese automatische Messtechnik am Ende ein marktfähiges Produkt ist, das wir auch verkaufen können“, Wilfried Pergande ist da optimistisch. Er setzt großes Vertrauen in die erprobte Bündniskraft des Wachstumskerns.


Nähere Informationen zum Wachstumskern WIGRATEC+ finden Sie hier.