ICCAS-Forscher erhält Preis für chirurgisches Assistenzsystem

Mohamed Karar vom Zentrum für Innovationskompetenz für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig wurde auf der "SPIE Medical Imaging", einer renommierten internationalen Konferenz für medizinische Bildverarbeitung, für die Entwicklung eines Assistenzsystems für die transapikale Herzklappenimplantation ausgezeichnet.

Damit können defekte Aortenklappen am schlagenden Herzen ersetzt werden.

Geringeres OP-Risiko für Patienten

Da beim transapikalen Aortenklappenersatz die Herzklappe am schlagenden Herzen ersetzt wird, sinkt das Operationsrisiko für den Patienten. Selbst Herzkranke, die mit konventioneller chirurgischer Technik nicht mehr behandelt werden konnten, wurden mit dieser Methodik bereits erfolgreich versorgt. Doch die Technik hat Tücken: So muss sich der Chirurg während des Eingriffs an kontrastarmen Röntgenaufnahmen des Brustkorbs des Patienten orientieren. Hier schafft die Methode von Mohamed Karar Abhilfe: Sie ermöglicht es, die Position des Katheters und der künstlichen Klappe am Bildschirm exakt zu verfolgen. Der Chirurg kann dadurch in Zukunft gewarnt werden, wenn die neue Klappe falsch positioniert und der Patient akut gefährdet würde. Dadurch erhöht sich die Patientensicherheit und der Eingriff kann an einer größeren Zahl von Kliniken durchgeführt werden.

Gutes Beispiel für OP der Zukunft

Der Ägypter Karar arbeitet seit April 2008 in der Gruppe "Therapy Imaging and Model Management System" unter Leitung von Dr. Oliver Burgert. „Die Arbeit von Mohamed Karar ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich innovative Ideen mit Hilfe der modularen Systemarchitektur, die ICCAS für den Operationssaal der Zukunft entwickelt, schnell in Prototypen umsetzen lassen“, erklärte Burgert. So könne Karars Lösung eines Teilproblems einfach in das Gesamtprojekt zur Unterstützung der transapikalen Aortenklappenimplantation eingebunden werden. Dadurch rücke ein Einsatz in der Klinik schneller in greifbare Nähe.

Karar entwickelte das Assistenzsystem im Rahmen seines Promotionsstipendiums vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst zusammen mit dem Herzzentrum Leipzig. Die spezielle chirurgische Methodik wurde dort wesentlich von Prof. Dr. Thomas Walter und Prof. Dr. Volkmar Falk, ICCAS-Vorstands-Mitglied, entwickelt.

 

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