GOLE(H)M-Initiative – Ganzheitlicher, Oekologischer Lehmbau für einen geschlossenen Stoffkreislauf in der Bauwirtschaft – Halle (Saale)

Das WIR!-Bündnis

Das noch junge GOLEHM-Bündnis, vertreten durch Wissenschaft, Wirtschaft sowie private und öffentliche Initiativen, engagiert sich für den ökologischen Lehmbau und eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in Mitteldeutschland.

Massive Lehmhäuser sind im mitteldeutschen Trockengebiet zu Tausenden vertreten und zeichnen sich durch eine optimale Ökobilanz aus. Der Baustoff ist regional verfügbar, muss nicht teuer aufbereitet werden und kann einfach wiederverwendet werden. Wir möchten mit der Rückbesinnung auf traditionelle Bauweisen in eine nachhaltige Zukunft starten.

Die Ziele

Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, den massiven Lehmbau wiederzubeleben. Derzeit sind Neubauten ohne die entsprechende baurechtliche Grundlage schwer zu realisieren, für die Sanierung des historischen Baubestandes gibt es kaum Richtlinien oder Erfahrungswerte. Gemeinsam gilt es, die bereits vorhandenen Potentiale im Baubestand, der technischen Ausführung und Nutzung lokaler Ressourcen zu aktivieren und weiterzuentwickeln.

Die derzeit ältesten noch stehenden Bauwerke datieren in das 16. Jh., an den Beginn der Neuzeit. Durch die Jahrhunderte wurde der massive Lehmbau besonders in den Zeiten von Energieknappheit, so nach dem Ersten und auch dem Zweiten Weltkrieg, politisch immer wieder propagiert. Jetzt, angesichts des Klimawandels, ist es an der Zeit, massive Lehmgebäude in Hinblick auf ressourcenschonendes, klimaneutrales Bauen erneut in den Fokus zu rücken. Das Bündnis bietet die Plattform, um private Initiativen, regionale Lehmbauer, Kommunen, aber auch überregionale Akteure aus der Bauwirtschaft, Politik und Forschung zu vernetzen. Über die Erarbeitung von Sanierungsrichtlinien für den bestehenden Bestand, die Erschließung von Rohstoffvorkommen bis hin zur Entwicklung von neuen Lehmbaustoffen und der Erarbeitung von Bildungsangeboten kann es gelingen, dieses Innovationsökosystem in Mitteldeutschland zu etablieren.

Die Region

Das mitteldeutsche Trockengebiet mit einer Jahresniederschlagsmenge von unter 500 ml/m² und seinen Lössbörden bietet die idealen Voraussetzungen für den massiven Lehmbau: Der Rohstoff liegt sozusagen vor der Tür, die daraus geformten Wände können dank des ariden Klimas problemlos über Jahrhunderte bestehen. Die spezielle Lage im Windschatten des Harzes, kombiniert mit den ertragreichsten Schwarzerde Böden, haben bereits im 6. Jahrtausend vor Christus die ersten steinzeitlichen Ackerbauern dazu animiert, sich hier niederzulassen und die ältesten dauerhaften Gebäude zu errichten. Aktuell zählt das südliche Sachsen-Anhalt, das den Kern dieser Region bildet, zu den strukturschwächsten Gegenden Deutschlands. Der Standortfaktor „Lehmbau“ liefert hier im Dialog zwischen Wirtschaftsförderung, Wissenschaft und den Menschen vor Ort einen wesentlichen Innovationsimpuls.

Die Partner

Initiiert wurde das Bündnis durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, in Kooperation mit ZRS Architekten Ingenieure, Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mittlerweile besteht unser Netzwerk aus regional und überregional agierenden Unternehmen, Verbänden, Behörden, kommunalen Trägern, lokalen Initiativen und Forschungseinrichtungen, die sich alle dem Lehmbau verschrieben haben.

Kontakt

Bis unsere eigene Website online ist, erreichen Sie uns unter:

golehm@archlsa.de

Prof. Dr. Harald Meller
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Richard-Wagner-Straße 9
06114 Halle (Saale)