Innovationskonferenz "Aufbau Ost" - 31.03.2005 in Berlin

Der wirtschaftliche Aufholprozess in Ostdeutschland verläuft immer weniger nach einem einheitlichen Muster. Während in manchen Regionen nach wie vor die Entwicklung nur sehr mühsam vorankommt, haben sich in anderen Regionen leistungsfähige und sich selbst tragende Wirtschaftsstrukturen herausgebildet. Es sind insbesondere die innovativen Branchen mit wissensbasierten Unternehmen, die den Aufbau Ost voranbringen. Hier liegt der Schlüssel zu mehr Wertschöpfung und Beschäftigung in Ostdeutschland.

Auf Einladung der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, und des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V., Jürgen Thumann, diskutierten am 31. März im Rahmen der Innovationskonferenz "Aufbau Ost" Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Vor rund 350 Gästen in Berlin unterstrich Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Bedeutung, die der engen Verzahnung zwischen Wirtschaft, Hochschulen und Forschungseinrichtungen insbesondere in den neuen Bundesländern zukommt. Dies sei eine der wesentlichen Voraussetzungen, „um die Chancen neuer Technologien frühzeitig zu erkennen, um Kreativität und Kompetenz für neue Lösungen zu bündeln und Zukunftsmärkte gezielt zu erschließen.“ Eine Reihe von Regionen, so Bulmahn weiter, „habe wesentliche Strukturprobleme bewältigt und sich auf zukunftsträchtigen Innovationsfeldern einen Technologievorsprung erarbeitet.“ Dazu gehörten beispielsweise der Raum Dresden (Elektronik, Biotechnologie), die Region um Jena (Optoelektronik, Medizin), die Bioregion Berlin/Brandenburg, die moderne Schiffbauindustrie entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, aber auch das Cluster der Automobilzulieferer (MAHREG) in Sachsen-Anhalt sowie der Wachstumskern für funktionelle, anorganische nichtmetallische Materialien (Fanimat) in der Region um das thüringische Hermsdorf.

Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmer anhand einiger goodpractice Beispiele Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen für wissensbasierte Unternehmen in den neuen Bundesländern.

Wie kann der Technologietransfer aus den ostdeutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in die Unternehmen optimiert werden? Im von Dr. Claus Martin (Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer, Dresden) geleiteten Forum diskutierten Prof. Dr. Johanna Wanka, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Kerstin Thurow, Zentrum für Innovationskompetenz Celisca, Universität Rostock, Dr. Bärbel Voigtsberger, Wachstumskern Fanimat, HITK Hermsdorf, Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Zentrum für Innovationskompetenz ultra optics, Universität Jena, sowie Thomas Klein, NOXXON Pharma AG, Berlin.

Welche Chancen und welche Herausforderungen stellen sich kleineren und mittleren Unternehmen in Ostdeutschland, die sich mit ihren innovativen Produkten auf einem globalen Markt behaupten wollen? Moderiert von Prof. Dr. Ulrich Blum (Institut für Wirtschaftsforschung, Halle) diskutierten Dr. Otto Ebnet, Minister für Wirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manfred Maas, Investitionsbank Sachsen-Anhalt, Wolfgang Heinze, Southwall Europe GmbH, Großröhrsdorf, Gabi Grützner, micro resist technology GmbH, Berlin, und Brigitte Kaminsky, Tipp innovation, Gera.